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Autor Thema: Bürgerversammlung 08.05.09 in Dörpen  (Gelesen 2841 mal)

hahel

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Aw: Zu Hahel über Politik im Emsland (833)
« Antwort #15 am: 11. Mai 2009, 14:15:26 »

Liebe Heidi W.

Die Gemeinde hat ja öfters die Arbeitsplätze angesprochen. Es werden ca. 200 Arbeitsplätze erwartet. Das hat die BKW ja auch behauptet. Und was ist mit den Arbeitsplätzen während der Bauphase? Da werden die heimischen Firmen ja bevorzugt.
Da werden sicherlich viele Arbeitsplätze geschaffen. Und auch hier bleibt das Geld in der Gemeinde.
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Heidi W.

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Aw: Zu Hahel über Politik im Emsland (833)
« Antwort #16 am: 11. Mai 2009, 16:13:32 »

Antwort zu meinem Beitrag 943

Liebe(r) Hahel,

meine 3 Fragen bezüglich der  70 neuen Arbeitsplätze beim EnBW Kohlekraftwerk haben Sie leider nicht wirklich beantwortet.
 
Darum wiederhole ich Sie  hier noch einmal:

Für mich bleiben viele Fragen offen:

- Warum sollten die Betreiber in Dörpen mehr als die 70 Arbeitsplätze beim neuen Karlsruher EnBW-Kohlekraftwerk schaffen?

- Wieviel Arbeitsplätze gehen wegen des Kohlekraftwerks in anderen Bereichen verloren?

- Warum haben Gemeinde (bzw. Landkreis) diesen Punkt diesmal nicht thematisiert?


Zu Ihrer Behauptung \\\"da werden die einheimischen Firmen bevorzugt\\\"
Ich gehe davon aus, Sie wissen so gut wie ich, daß diese Behauptung so nicht stimmt.
Erst nach den Ausschreibungen werden die Aufträge vergeben.
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hahel

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Aw: Zu Hahel über Politik im Emsland (833)
« Antwort #17 am: 11. Mai 2009, 16:49:42 »

Liebe Heidi W.

1. Die BKW will mit EnBW das Kraftwerk bauen. Die schreiben ganz klar von ca. 200 Arbeitsplätzen!

2. Wo sollen denn Arbeitsplätze wegfallen? Sie meinen doch nicht beim Tourismus, oder?

Das schreibt die BKW auf ihrer Homepage zum Tourismus:

Der Bau des Steinkohlekraftwerkes ist auf einem Grundstück innerhalb eines Areals geplant, das von der Gemeinde als Industriegebiet ausgewiesen und schon heute durch Industrieanlagen geprägt ist.

Mehrere Beispiele belegen: Industrie und Tourismus müssen sich nicht ausschließen. Vielmehr können industrielle Ansiedlungen den Kommunen ermöglichen, finanzielle Mittel für eine attraktive touristische Infrastruktur bereit zu stellen.

In Geeste bei Lingen dient beispielsweise das Kühlwasserreservoir im Umfeld des Kernkraftwerkes Emsland als beliebtes Naherholungsgebiet. Im Rahmen einer regionalen Tourismusanalyse konnte der Ort 2007 einen Umsatz von ca. 69 Millionen Euro erzielen. In Bergkamen befindet sich in unmittelbarer Nähe zu einem Kohlekraftwerk ein beliebtes Erholungsgebiet mit einem Yachthafen.

3. Die Gemeinde und der Landkreis haben sich doch schon öfter geäußert. Herr Carli vom Landkreis steht der Verbindung Tourismus und Kohlekraftwerk positiv gegenüber.
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Kohleriker

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Aw: Zu Hahel über Politik im Emsland (833)
« Antwort #18 am: 11. Mai 2009, 20:25:34 »

@ Hahel:

Zunächst mal: informieren hilft! Erste EUROPAWEITE Ausschreibungen für Gewerke zum geplanten Kohlekraftwerk Dörpen wurden bereits vor mehr als eineinhalb Jahren über das Internet veröffentlicht. Ich konnte den (veralteten) link leider auf die Schnelle nicht finden, doch Sie können auf www.fichtner.de unter Kraftwerksprojekte folgenden aussagekräftigen Ausschnitt finden:
----------------------------------------
Kohlekraftwerke:

Generalplanung eines 900-MW-Steinkohlekraftwerks, Deutschland

Die STKW Energie Dörpen GmbH, ein Tochterunternehmen der BKW FMB Energie AG, möchte im norddeutschen Emsland ein 800 bis 900-MW-Steinkohlekraftwerk errichten. Fichtner wurde für das Gesamtprojekt als Generalplaner beauftragt. Der von Fichtner gewählte Standort weist eine günstige Infrastruktur auf. Die Kohleanlieferung ist per Schiff und Bahn möglich und zur Netzanbindung an eine 380-kV-Leitung führen kurze Wege. Darüber hinaus gibt es in unmittelbare Nähe einen möglichen Abnehmer von Strom und Dampf. Unsere Aufgaben umfassen die Standortauswahl, die EU-weite Ausschreibung und Unterstützung bei der Vergabe und Koordination der Lieferanten, die Genehmigungsplanung sowie die Bauleitplanung vor Ort.
----------------------------------------
(Ach ja: der \\\"Abnehmer von Strom und Dampf\\\" ist ja nun auch nicht mehr!)
Sie sollten sich übrigens hüten, von \\\"Bevorzugung\\\" der Firmen vor Ort zu reden. Klingt verdächtig nach Korruption, und davon sollte man lieber nicht ausgehen.

Und jetzt zu den von Ihnen aufgeführten Aussagen:

Zu 1:
Auf www.energie-doerpen.de können Sie lesen, dass Bkw für die Zeit NACH der Fertigstellung des Kraftwerkes, also im regelrecht laufenden Betrieb, von \\\"ca. 100 Arbeitsplätzen\\\" ausgeht. Da Bkw solche für Bürger interessanten Zahlen wohl eher schönt als herunterschraubt, kann man getrost von eher ca. 70 Arbeitsplätzen wie bei dem aktuell erwähnten Karlsruher Kraftwerk ausgehen.

Zu 2:
Ich gehe davon aus, dass Sie hier in der Region wohnen. Dann wissen Sie wohl auch, dass außer der Meyer-Werft und des Transrapids, der mittlerweile sowieso aus dem (Tourismus)geschäft ist, hier keinen nennenswerten touristischen Attraktionen vorhanden sind. Das Kerngeschäft liegt bei Radwanderern, Naturfreunden, Anglern. Alles Leute, denen die noch relativ saubere Luft hier zusagt. Sie glauben doch nicht allen Ernstes, dass diese Klientel noch hierher kommt, wenn erst mal ein schmauchendes Kohlekraftwerk hier steht? Davon abgesehen, dass die Zuzügler aus industriereichen Regionen, die hier in den letzten Jahrzehnten Häuser gekauft oder gebaut haben, ausbleiben werden. Wenn ein Rentnerehepaar aus Duisburg aus gesundheitlichen Gründen seinen Lebensabend im sauberen Emsland verbringen will, wird es sich diese Idee unter den derzeitigen Umständen gründlich überlegen. Das heisst, dass auch die Immobilienwerte hier neu bemessen werden müssen.
Das Kühlwasserreservoir eines Atommeilers mit einem Kohlekraftwerk vergleicht sich wie Äpfel mit Birnen. Ein Atomkraftwerk ist Mist, aber hier geht es um ein Kohlekraftwerk, das die Luft deutlich beeinflussen wird, außerdem hat Lingen als Stadt erheblich mehr Einwohner und touristische Attraktionen als das kleine Dorf Dörpen. Ebenso Bergkamen, das in einem Ballungsgebiet mit erheblich mehr Einwohnern liegt. Wenn man von Kohlekraftwerken und Industrie umzingelt ist, ist man über jedes noch so kleine grüne Bäumchen froh, unter das man sich am Wochenende legen kann.

Zu 3:
Landkreis und Herr Carli sind CDU-gefärbt und können deshalb als neutrale Sprachrohre nicht gewertet werden.
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Sabrina

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Aw: Bürgerversammlung 08.05.09 in Dörpen
« Antwort #19 am: 11. Mai 2009, 21:12:54 »

Das Erholungsgebiet in Bergkamen mit Yachthafen habe ich schon besucht.
Vielleicht war es ja ein schlechter Tag, ansonsten ziemlich trostlos.
Aber verständlich, von der Terrasse direkte Sicht auf die Dampfschwaden des Kraftwerks... Erholung geht anders.
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Heidi W.

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Aw: Zu Hahel über Politik im Emsland (833)
« Antwort #20 am: 11. Mai 2009, 22:06:31 »

Zu 943 + 960

Liebe(r) Hahel,

meine 3 Fragen bezüglich der 70 neuen Arbeitsplätze beim EnBW Kohlekraftwerk haben Sie leider immer noch nicht richtig  beantwortet.

Darum wiederhole ich Sie hier noch einmal, diesmal aber nur meine erste Frage - präzisiert:

- Warum sollte EnBW als neuer Investor beim Kohlekraftwerk  in Dörpen 100 oder mehr Arbeitsplätze schaffen, wenn er zur gleichen Zeit beim derzeitigen Bau des gleich großen Kohlekraftwerks in Karlsruhe nur 70 Arbeitsplätze am Standort verspricht?

Das widerspricht der Wirklichkeit in den Konzernen. In der heutigen Zeit sind  \\\"schlanke\\\" Strukturen bei 2-stelligen Renditen u. möglichst wenig Steuern angesagt.
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hahel

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Aw: Zu Hahel über Politik im Emsland (833)
« Antwort #21 am: 12. Mai 2009, 07:51:30 »

Liebe Heidi W.

Ihre Frage:

Warum sollte EnBW als neuer Investor beim Kohlekraftwerk in Dörpen 100 oder mehr Arbeitsplätze schaffen, wenn er zur gleichen Zeit beim derzeitigen Bau des gleich großen Kohlekraftwerks in Karlsruhe nur 70 Arbeitsplätze am Standort verspricht?


Vielleicht ist es ein ganz anderer Typ Kohlekraftwerk wie das in Karlsruhe. Auf der Homepage der Energie Dörpen steht in dem Flyer ca. 200 Arbeitsplätze. Darauf berufen sich ja auch alle. Haben Sie denn etwas anderes seitens der Gemeinde, BKW oder EnBW gehört oder schriftlich vorliegen? Ich kann nicht glauben, dass von den 200 Arbeitsplätzen nur noch 70 übrig bleiben. Das wären ja nur noch 35%. Das würden dann ja auch z.B. 65 % weniger Ausbildungsplätze bedeuten.

Das wird die Gemeinde Dörpen sicherlich nicht mitmachen.
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Heidi W.

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Aw: Bürgerversammlung 08.05.09 in Dörpen
« Antwort #22 am: 12. Mai 2009, 09:34:21 »

Zu 943, 960, 972

Liebe(r) Hahel,

Sie wollen es also glauben u. das Märchen der vielen neuen Arbeitsplätze weiterhin  verbreiten.

Vielen Dank, Sie sprachen auch das Thema Ausbildungsplätze an:


EnBW weist im Geschäftsbericht 2008 eine Ausbildungsquote von 7,9% aus.

Bei den 70 neuen Arbeitsplätzen wären das also 5,53 Arbeitsplätze!

Das wären dann  bei 3-jähriger Ausbildungszeit 1,8 neue Ausbilungsplätze pro Jahr!! :(

Und wieviel neue Ausbildungsplätze pro Jahr wären es dagegen nach Ihrer Prognose?
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RoteKarte

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Aw: Bürgerversammlung 08.05.09 in Dörpen
« Antwort #23 am: 14. Mai 2009, 10:53:35 »

Wie war das noch mal:

Das Kohlerkraftwerk wird nur gebaut, wenn Gesundheitsbelastungen ausgeschlossen werden können.


Der Klimwandel als Gesundheitsgefahr      

Donnerstag, 14. Mai 2009 10:40  

Nach Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist der Klimawandel das größte Gesundheitsrisiko des 21. Jahrhunderts. Durch die Erderwämung steige die Gefahr von Erkrankungen, der Anstieg des Meersspiegels sowie zunehmende Überschwemmungen und Dürrezeiten verstärkten zudem Wasserknappheit und das Hungerproblem.

Die Studie warnt: Durch Hitzeperioden sind gravierende Ernteausfälle zu erwarten. In sensiblen Regionen wird dadurch der Nahrungsmangel verstärkt  

Für ihre interdisziplinäre Studie haben Wissenschaftler verschiedener Fachbereiche der College University London (UCL) und der Fachzeitschrift \\\"The Lancet\\\" untersucht, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Gesundheit hat. Dabei wurde der jüngste Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC zugrunde gelegt. Ergebnis: Durch die Erderwärmung verschieben sich Krankheits- und Sterblichkeitsfaktoren. So könne sich etwa der Lebensraum von Malaria übertragenden Mücken auch auf kühlere Regionen ausweiten. Hitzewellen und Dürreperioden sind ebenso eine steigende Gefahr für die Gesundheit wie vermehrte Überschwemmungen, die etwa Cholera und Durcherfallerkrankungen begünstigen können.

Gefährdet sind in erster Linie Menschen in den schnell wachsenden Entwicklungsländern und in Küstenregionen: \\\"Milliarden Menschen werden die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommen\\\", sagt Wissenschaftler Anthony Costello vom UCL: \\\"Und zwar nicht in der fernen Zukunft sondern bereits zu unseren Lebzeiten und in der nächsten Generation\\\", so Costello.

Klimwandel ist kein Umweltproblem, sondern ein soziales Problem, so die Studienautoren. Das Gesundheitswesen ist demnach viel zu spät in die Debatte eingestiegen: Dieser Bereich müsse künftig wesentlich stärker in Maßnahmen zu Bekämfpung und Anpassung an den Klimawandel mit einbezogen werden. In Afrika würden sich die Auswirungen der Erwärmung auf die durchschnittliche Lebenszeit zudem 500mal stärker auswirken als etwa in Europa: Das Gesundheitssystem müsse deshalb in vielen Teilen der Welt stark verbessert werden.

Mit Film:

http://www.wir-klimaretter.de/content/view/2911/70/
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hahel

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Aw: Bürgerversammlung 08.05.09 in Dörpen
« Antwort #24 am: 15. Mai 2009, 08:37:06 »

Man wird in Dörpen nicht die Welt retten können. Es muß in Sachen Klimaschutz ein breites Bündnis geben. Was nützt es, wenn das Kohlekraftwerk in Dörpen nicht gebaut wird, aber in anderen Teilen der Erde Hunderte Kohlekraftwerk ans Netz gehen. Diese Länder werden uns dann wirtschaftlich überholen.
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hahel

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Aw: Bürgerversammlung 08.05.09 in Dörpen
« Antwort #25 am: 16. Mai 2009, 10:02:59 »

Heute steht ja in der Zeitung, dass alle Forderungen der CDU eingehalten werden. Die Betreiber müssen viel Geld für die Forderungen der CDU bezahlen. Das ist doch eine vernünftige Politik. Damit sollten doch auch viele Bedenken ausgeräumt sein.
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