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Autor Thema: Ist es hilfreich vor bald möglichem ethischem Verfall zu warnen?  (Gelesen 318 mal)

laub 3000

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Die Wahrscheinlichkeit ist ja leider ziemlich hoch, dass viele Wissenschaftler in einigen Jahren sagen: Wir haben keine realistisch darstellbare Chance mehr, die Erderwärmung entscheidend abzubremsen (möglicherweise auch der Erodierung unserer Lebensbasis generell, wir leben in einer umfassenden Biokrise), die Tür hat sich geschlossen, den Klimawandel noch in den Griff zu bekommen und dessen Selbstbeschleunigung zu verhindern. Auch Bewohner in noch ziemlich verschonten Gegenden müssen sich auf eine erhebliche Zunahme von unangenehmen Naturereignissen, incl. Kriegen und Katastrophen einstellen.
Und einige werden evtl. auch mit dem Bewusstsein leben müssen, nicht genügend dagegen getan und auf diesem Feld mit versagt zu haben (u. a. ihren Kindern gegenüber).

Ist es nicht ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass diese Aussichten dazu führen, dass sich fatalistische "Nach-mir-die-Sintflut" bzw. "No-Future" Haltungen und Einstellungen ausbreiten und unsere Gesellschaft und unser Zusammenleben unangenehm verändern könnten, LANGE BEVOR starke physikalische und biologische Veränderungen unsere Gefilde erreichen? Dass sogar Kipppunkte im Mentalen und Ethischen ausgelöst werden könnten? Ist das nicht ein Aspekt, der in der (politischen) Diskussion noch nicht angekommen ist oder verdrängt wird ? Derlei Einstellungen sind bereits jetzt zu beobachten (mit für viele noch wenig unmittelbar sichtbar daraus folgenden Handlungen), aber können sie wenn diese Tür zum Handeln geschlossen ist eine andere Qualität bekommen, so dass Resignation und Zynismus generell zunehmen und zu einem Verfall von Solidarität und anderen menschlichen Werten auf vielen Gebieten führen? Und kann das Warnen davor Leute mobilisieren, sich für mehr Klimaschutz und Klimagerechtigkeit einzusetzen?
Ein Bekannter meinte dazu:  Gedankenspiel: Wir leben nach der grossen Katastrophe, irgendwie. Wie organisieren wir unser Zusammenleben? Was ist jetzt wichtig, was plötzlich völlig irrelevant? Das heisst: Welche Werte sind nun die entscheidenden?
Wenn es gelingt, über diese Fragen zu diskutieren, könnte das zu einer Verschiebung der gesellschaftlichen Werte beitragen - was im Idealfall den grossen Knall gerade verhindert oder abmildert. Als umgekehrte selbsterfüllende Prophezeihung bzw. inverses Orakel sozusagen.

« Letzte Änderung: 30. November 2011, 21:17:59 von laub 3000 »
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