Kommentar zum Kommentar "Energiewende: Heimat Ade!" auf Klimaretter.info: Das ist FAZ-Niveau!
Die Kanzlerin hat die Energiewende beschlossen, aber nachdem ihr alle Welt zujubelt, gedenkt sie keinesfalls diese umzusetzen. Die Ziele für Erneuerbare Energien (EE) werden nicht erhöht und die wichtige Förderung der energetischen Sanierung von Gebäuden wird nicht weiter vorangetrieben, nachdem der Entwurf einer Gesetzgebung im Bundesrat steckengeblieben ist. Regelmäßig wird der Bürger auf die hohen Kosten der Solarenergie hingewiesen, obwohl die Kosten dieser Technologie dramatisch gesunken sind. Die Tarife für die durchaus sinnvolle Offshore-Windenergie werden dagegen von einer EEG-Reform zur nächsten immer weiter erhöht, jedoch ohne dass bisher nennenswert Leistung errichtet werden konnte.
Diese Strategie bleibt nicht ohne Wirkung: Der einfache Bürger empfindet die Energiewende immer mehr als Überforderung. Keine Strategie, kein Bekenntnis zur Dezentralität, keine großmaßstäbliche Lösung ist in Sicht. Dafür droht eine nicht absehbare Kostensteigerung der Strompreise für den Bürger, während eine immer größere Gruppe energieintensiver Betriebe mit Spartarifen versorgt wird. Wenn dann vor Ort eine Windenenergieanlage errichtet werden soll, erscheint diese nicht mehr als Symbol für mehr Freiheit und Unabhängigkeit, sondern als Ergebnis einer unkoordinierten Politik.
Dabei ist jedem Klimaschützer klar, dass die Bedrohung der Veränderung durch den Klimawandel schon jetzt viel brutalere Veränderungen bewirkt. Es muss nicht die Flutkatastrophe von Pakistan, Australien oder Thailand sein. Auch der Starkregen von Ligurien ist noch weit weg, aber schon das Einwandern eines neuen Schädlings oder das Absterben einer lange heimischen Art kann bedrohlich werden, denn die Veränderungen durch den Klimawandel haben eine eindeutige Charakteristik: Sie kommen ohne dass die Menschen vor Ort etwas dagegen tun können und sie sind irreversibel.
Wer einmal in Dangast am Jadebusen gestanden hat, sieht bei klarer Sicht hunderte von weißen und grauen Pinnen, die rundherum in der platten Landschaft stehen, sobald es jedoch ein bisschen diesig wird, sieht man nur noch das Kohlekraftwerk in Wilhelmshaven. Spätestens dann fällt einem auf, dass man auch bei klarer Sicht vor lauter Schielen auf die Symbole der Energiewende, den weithin sichtbaren Schlot des Kohlekraftwerks willig als Teil unserer Industriegesellschaft akzeptiert hat.
Das gleiche gilt natürlich überall im Land. Über 100 Hektar Land werden jeden Tag in Deutschland im Namen des Wachstums betoniert. Toll, wenn wir über die A96 von München ins Allgäu kommen, wenn der Autobahnanschluss endlich das schnelle Erreichen dieser wunderschönen Landschaft ermöglicht. Aber es ist bedrohlich, wenn diese schöne Alpenlandschaft zugebaut wird. Wir haben uns daran gewöhnt, dass mit Milliardenaufwand Brücken, Tunnel, Lärmschutzwände gebaut werden, damit wir uns weiterhin der Illusion einer unversehrten Landschaft hingeben können, auch mal schnell für ein Wochenende.
Mais (besonders mit Genmanipulierten Pflanzen für unser Kühe) gehören nach Südamerika, Solarmodule nach Afrika, Windenergieanlagen in die Nordsee und wenn’s wegen des Klimawandels fürs Skifahren nicht mehr reicht: Beschneiungsanlagen kann man doch auch so anlegen, dass man sie nicht sieht.
Betreiber von Windenergieanlagen müssen eine Rückbaubürgschaft hinterlegen. Spätestens in 20 Jahren werden sämtliche Windenergieanlagen, Biogasanlagen und Solarmodule in Deutschland zurückgebaut sein, wenn bis dahin etwas Besseres erfunden ist. Bis dahin kann man nur hoffen, dass Bildung dem Bürger hilft auch schmerzliche Veränderungen als das zu erkennen was sie sind: Dringend notwendiger Klimaschutz.
Stoppt den Braunkohletagebau in der Lausitz und am Niederrhein! Stoppt das Kohlekraftwerk Datteln! Stoppt den neuen Kohlekraftwerksblock Staudinger in Großkrotzenburg! Stoppt die 3. Startbahn am Flughafen München! Mit mehr Klimaschutz wird uns die Rettung der Heimat gelingen.