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Autor Thema: Der hohe Preis der Verantwortungslosen  (Gelesen 969 mal)

Maria Mulder

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Der hohe Preis der Verantwortungslosen
« am: 03. September 2009, 05:23:22 »

Bedrohung durch Erwärmung der Arktis übersteigt bisherige Vorhersagen (02.09.2009)

Nach einem am Mittwoch (02.09.09) in Berlin und Genf von der Umweltstiftung WWF vorgestellten Report „Arktische Rückkopplungen: Auswirkungen auf das globale Klima“ sind die weltweiten Folgen aus der Erwärmung der Arktis um ein Vielfaches dramatischer als bisher prognostiziert. Die Erwärmung in der Arktis könnte ein Viertel der Weltbevölkerung durch Überflutungen bedrohen, einen gewaltigen Anstieg der Treibhausgasemissionen aus Kohlenstoffspeichern und weltweit extreme Wetteränderungen hervorrufen.
Mit 1.000 handgefertigten Eisfiguren hat der WWF Deutschland anlässlich der Veröffentlichung des Reports auf dem Gendarmenmarkt in Berlin ein Zeichen gegen die Bedrohung durch den Klimawandel für Mensch und Natur gesetzt.

„Der Report verdeutlicht die Herausforderungen vor denen wir stehen“, erklärt Regine Günther, Leiterin Klimapolitik des WWF Deutschland. „Wenn sich die Arktis erwärmt, hat das nicht nur regionale Folgen, sondern Konsequenzen für die die gesamte Erde. Die Industrieländer müssen ihre Treibhausgasemissionen drastisch reduzieren, bis 2050 um fast 100 Prozent.“

Der WWF Report fasst die Bewertungen der bedeutendsten Klima-Wissenschaftler und Experten zum aktuellen Stand der Forschung über die arktische Erwärmung zusammen. Demnach werden die Veränderungen in der Arktis den Klimawandel dramatischer verstärken als in bisherigen wissenschaftlichen Prognosen angenommen, die Ergebnisse des IPCC von 2007 mit eingeschlossen.

Der rapide Rückgang des Eises wird auch Temperatur und Niederschläge in Europa und Nord-Amerika beeinflussen und neben der Land- und Forstwirtschaft auch die Wasserversorgung betreffen. In den gefrorenen Böden und Feuchtgebieten der Arktis ist doppelt so viel Kohlenstoff gespeichert wie in der Atmosphäre enthalten ist. In dem Maße in dem die Erwärmung in der Arktis voranschreitet, werden auch die Böden auftauen und in signifikant steigendem Maße Kohlenstoff in Form von CO2 und Methan an die Atmosphäre abgeben. Methan ist als Treibhausgas etwa 25 Mal so wirksam wie Kohlendioxid. Der weltweite Meeresspiegel wird nach den Ergebnissen des WWF Berichtes mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit mehr als 1 Meter bis 2100 ansteigen. Die damit verbundenen Überflutungen von Küstenregionen würden mehr als ein Viertel der Weltbevölkerung bedrohen.
„Der Klimaschutz muss wieder mehr in den Vordergrund treten – auch bei den deutschen Parteien. Bisher wird das Thema viel zu wenig aufgegriffen, obwohl es uns alle existenziell bedroht“, erklärt WWF-Geschäftsführer Eberhard Brandes.
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Maria Mulder

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Der hohe Preis der Verantwortungslosen
« Antwort #1 am: 03. September 2009, 05:52:34 »

Neuer Wirbel um „Dreckloch“ Asse
Breuel und Kiep vor Ausschuss?

3. September 2009 Hannover. Mit scharfer Kritik haben die Grünen im Landtag gestern auf Meldungen reagiert, nach denen die frühere CDU-Regierung 1984 versucht hat, im Atommülllager Asse auch nach dem offiziellen Einlagerungsende im Jahr 1978 noch Atommüll zu verklappen.
„Offensichtlich wollte die CDU das Dreckloch Asse trotz der bekannten Laugenzuflüsse weiter nutzen. Die Verantwortlichen müssen zu diesen Vorwürfen Stellung nehmen“, sagte Fraktionschef Stefan Wenzel. Er forderte, die seinerzeit zuständigen Minister Birgit Breuel und Walther Leisler Kiep unverzüglich als Zeugen in den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zu laden. Wenzel verlangte zudem eine Befragung der Spitzen der früheren Betreiberfirma GSF, „die für die Angabe falscher Plutoniummengen verantwortlich sind“.

Wenzel kritisierte, dass die Angaben zur eingelagerten Plutoniummenge in der ehemaligen Schachtanlage Asse weiter widersprüchlich seien. Die neuen Informationen mit dem „Verrechnungsfehler“  :laugh: stünden im Gegensatz zu alten Erklärungen. Am Wochenende war bekannt geworden, dass in der Schachtanlage Asse II rund 28 Kilogramm Plutonium lagern – rund DREIMAL so viel wie bisher angenommen.

Die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“ hatte zuvor berichtet, die niedersächsische Wirtschaftsministerin Birgit Breuel (CDU) habe 1984 in einem Brief an das Bundesforschungsministerium auf Bedenken der Energieversorger verwiesen. Diese seien dagegen gewesen, schwach- und mittelradioaktive Abfälle nur noch im Schacht Konrad bei Salzgitter zu lagern. Das belaste sie mit erheblich höheren Kosten als nötig, schrieb Breuel laut Zeitungsbericht. Die Konzerne, so hieß es weiter, hielten es für sinnvoller, die Abfälle primär über die Asse zu entsorgen. Dazu Breuel: „Ich halte die Argumente der Industrie für so gewichtig, dass es dringend angezeigt ist, sich mit ihnen beschleunigt auseinanderzusetzen.“

Im ehemaligen Salzbergwerk Asse waren von 1967 bis 1978 schwach- und mittelradioaktive Abfälle eingelagert worden. Mittlerweile gilt die Anlage als einsturzgefährdet und soll geschlossen werden.

Die CDU-Landtagsfraktion kritisierte gestern „grüne Vetternwirtschaft rund um die Asse“. Fraktionsvize Karl-Heinrich Langspecht bezog sich dabei auf Medienberichte, wonach der frühere Grünen-Politiker Hans-Albert Lennartz als Geschäftsführer der Asse GmbH zwei ehemalige grüne Landtags-Mitarbeiter beauftragt haben soll, Akten fürden Untersuchungsausschuss zu bewerten.

Teilnehmer des Anti-Atom-Trecks nach Berlin haben unterdessen kurzzeitig das Gelände des Atommülllagers Asse blockiert. Traktoren versperrten die Zufahrtsstraße, rund 20 Demonstranten kletterten auf den Förderturm. Die Protestaktion sei nach etwa 20 Minuten beendet worden, berichtete das Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS).
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